Weinprobe,  Weinstraße erleben

Winechanges Achtelmeile Deidesheim: Riesling Calling

Ach, diese Pfingsten – gehen einfach viel zu schnell vorbei. Ach, diese Winechanges-Achtelmeile – geht einfach viel zu schnell vorbei. Hey, sehen wir es positiv: Das Event im Deidesheimer Schlossgarten hat nicht nur mächtig viel Spaß gemacht, sondern auch viel Raum zum Austausch mit den Winzern gegeben. Und die haben mal wieder eine herrliche Auswahl an Wein und Sekt dabei gehabt. 28 davon haben wir für euch probiert. Hier unsere Highlights, mit denen sich die Wartezeit bis zur Achtelmeile im kommenden Jahr versüßen lässt.

Rieslinge

Deidesheim, Forst, Ruppertsberg, Niederkirchen und Meckenheim – auf diese Orte verteilen sich die Winzer von Winechanges. Fast schon selbstverständlich, dass gerade die Rieslinge auf der Achtelmeile punkten.

Weingut Margarethenhof Forster Riesling Ortswein (2018): Viel klassischer kann ein Forster Riesling kaum sein. Fruchtig, frisch, spritzig, mineralisch – das macht ihn zu einem idealen Einsteiger und Allrounder. Passt quasi immer, wenn’s ein Riesling sein darf.

Weingut Heinrich Spindler Forster Ungeheuer (2017): Ach ja, ein Ungeheuer! Eine der Top-Riesling-Lagen, die – vielleicht auch wegen des Namens – stets angesagt ist. Wer drauf steht, sollte unbedingt diesen Spindler probieren. Im Vergleich zu vielen anderen Ungeheuern hat dieser nämlich einen schön eigensinnigen Charakter und ordentlich Kraft am Gaumen. Exotische Früchte, eine kräutrige Note und schöne Mineralität kommen da durch. Eine schöne Alternative auch zu den ganz großen Ungeheuern.

Deidesheim Achtelmeile Winechanges Riesling
14 Rieslinge gab’s auf der Achtelmeile zu probieren. Fotos: MZ

Weingut Kimich Deidesheimer Kalkofen (2018): Der büxt ein wenig aus aus der klassischen Riesling-Zunft, weil er in Summe sehr weich wirkt und nicht unbedingt den klassischen Riesling-Freund triggert. Mineralische Noten und Säure sind zwar da, geraten aber schnell in den Hintergrund und lassen sich von den vielen schönen Fruchtnoten überholen. Exotisch und blumig zugleich ist dieser Riesling.

Weingut Andres Deidesheimer Leinhöhle (2017): Blumig und weich passt hier mal gar nicht. Denn die Andres-Brüder haben ordentlich einen rausgehauen. Dieser Riesling wird von Holznoten dominiert. Ist rauchig, nussig. Zwischendrin kommen heimisches Obst und Zitrusnoten durch. Krasser Kontrast zu den anderen Achtelmeile-Rieslingen. Diese Geschmäcker muss man mögen – wir tun das sehr.

Weitere Weißweine

Nicht jeder Weiße kann ein Riesling sein – selbst in Deidesheim nicht. Macht nix, denn mit den anderen Rebsorten können die Winechanges-Winzer auch sehr gut umgehen. Was wir von der Achtelmeile mitnehmen:

Weingut Andres Weißburgunder & Chardonnay (2018): Machen wir dort weiter, wo es bei den Rieslingen aufhörte. Der Vorliebe bei Andres für Weine aus dem Stückfass. 1200 Liter gibt’s jährlich davon. Viel zu wenig für so einen guten Wein. Warum? Das könnt ihr hier ausführlich lesen.

Weingut Heinrich Spindler 3 Trauben (2018): Einfach ein herrlicher Cuvée. Sommerlich leicht, gut trinkbar mit einem schönen Früchtemix.

Weingut Margarethenhof Sauvignon Blanc (2018): Schön frisch und fruchtig zeigt sich dieser Margarethenhof-Wein. Die typische Stachelbeere darf hier nicht fehlen, ist aber nicht zu dominant. Hinzu kommen schöne Zitrusaromen und Melone. Neben der Frucht überzeugt seine Sprizigkeit.

Sekt- & Weingut Winterling Sauvignon Blanc (2018): Bringt ähnlich viel Fruchtbreite mit im Geschmack, ist dazu noch etwas intensiver und würziger als der des Margarethenhofs. Auch die Säure ist präsent. Schöne Kombi.

Deidesheim Achtelmeile Winechanges Riesling
Harte Arbeit fürs Team (die beiden in der Mitte durften den Eisstand testen) – das richtige Outfit hilft.

Rotweine

Definitiv die härteste Arbeit auf der Achteilmeile – ab 25 Grad Juniwetter kommt die Vorliebe für besonders schwere Rote dann doch ans Limit. Daher hier die Kurzvariante! Besonders überzeugt haben uns aufgrund der Geschmackstiefe:

Weingut Braun First Glas Rotwein (2016)

Weingut Kimich Cabernet Sauvignon (2015)

Seccos & Sekte

Normalerweise beleuchten wir diese Kategorie hier nur sehr untergeordnet. Bei der Achtelmeile haben wir eine Ausnahme gemacht. Es waren ja auch nur fünf Sekte und ein Secco auf der Karte – da ist man schnell durch. In Summe fanden wir alle sechs gut, aber einer hat es uns besonders angetan:

Weingut Andres 9294 Blanc de Blancs Sekt Brut (2015)

Hier zeigt sich, was ein toller Winzersekt so alles kann. Das ist perspektivisch eine wirkliche Alternative zu (überteuertem) Champagner und ein guter Beweis dafür, dass sich die Winzer der Deutschen Weinstraße diesem Duell auf lange Sicht selbstbewusst stellen können.

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