Weinprobe,  Weißweine

Tina Pfaffmann Riesling Schick und Schön: die inneren Werte zählen

Origineller Name, trendiges Design – ideal für Etikettentrinker, hippe Szene-Bars und alle anderen, die mehr aufs Oberflächliche stehen. Könnte man meinen. Tatsächlich aber hat Tina Pfaffmann mit dem Riesling Schick und Schön einen tollen Wein gezaubert. Der Rest ist einfach nur ein cooler Nebeneffekt.

Tina Pfaffmann Riesling Schick und Schön
Außen Picasso, innen facettenreich fruchtig: Der Schick und Schön ist eben ein besonderer Riesling.

So ganz warm geworden bin ich mit den Rieslingen aus Landau und Umland noch nicht. Auch die dortigen VDP-Winzer konnten mich bisher nicht überzeugen. Und ja: Ich habe wirklich schon einige dort probiert. In Erinnerung sind sie mir aber nicht wirklich geblieben. Eine große Ausnahme gibt es jedoch in Frankweiler: Dass Tina Pfaffmann tolle Rieslinge macht – und das sogar bereits im Gutswein-Segment – habe ich schon hier vorgestellt. Mit dem Schick und Schön zeigt sie, dass sie auch im Lagenwein-Segment eine mehr als gute Riesling-Figur macht.

Dabei schafft Pfaffmann vor allem einen harmonischen Wein. Die Säure ist ausgewogen, aber eben nicht dominant. Angeführt wird der Geschmack von verschiedenen Früchten. Und in dieser Kombination wirkt der Schick und Schön sehr vielschichtig und abwechslungsreich.

Das gilt auch für seine Zielgruppe: Eingefleischte Riesling-Fans werden ebenso angesprochen wie Weintrinker, die sich behutsam dem Riesling-Segment nähern wollen – und das auf hohem Niveau. Hier macht Pfaffmann – ähnlich wie bei ihrem Liter-Riesling – fast alles richtig.

Was fehlt noch? Die konkreten Aromen natürlich! Bitteschön: Birne, Melone, Grapefruit, grüner Apfel, Maracuja – das sind die prägnantesten Aromen. Die Kombi ist toll getroffen, bietet viele unterschiedliche Facetten und so ziemlich jeder Weinfan kann hier etwas für seine persönliche Vorliebe rausschmecken. Dieser Mix ist speziell – und das ausschließlich im positiven Sinne. Das findet man einfach selten.

Wer so einen tollen Wein macht, darf sich beim Etikett auch von Picasso inspirieren lassen. Ganz egal, wie viele Etikettentrinker und Hipster davon angezogen werden. Letztlich zählt der Inhalt: und der ist richtig gut.

Tina Pfaffmann Riesling Schick und Schön 2018 (Frankweiler)

Trink ihn, wenn: du hinter einem starken Etikett einen starken Inhalt erleben möchtest

Lass ihn links liegen, wenn: Picasso? Riesling? Wie hieß noch gleich das dritte Musketier?

Weindezibel: 8,5/10

Preis: ca. 11 Euro

Hinweis: Die Preisangabe ist ohne Gewähr und stellt zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung einen unverbindlichen Durchschnittswert inkl. Rundung dar. Unsere Kriterien für das Weindezibel findet ihr hier.

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