Weinprobe,  Winzerweiser

Weingut Philipp Kuhn: der Anführer

Spitzenklasse. Für nichts anderes steht das Weingut Philipp Kuhn in der Deutschen Weinwelt. Und nichts anderes hat Philipp Kuhn als Bewertung für seine Top-Weine verdient. Dieses Mal aber läuft’s etwas anders. Im Visier ist nämlich nicht die Spitze der Qualitätspyramide, sondern die Weine eine Reihe tiefer.

Philipp Kuhn gehört definitiv zu den besten Weingütern Deutschlands. Das belegen nicht nur zahlreiche Preise und Auszeichnungen so ziemlich aller relevanter Institutionen rund ums Thema Wein oder die Selbstverständlichkeit, mit der sich Kuhn-Weine in Spitzen-Restaurants oder Top-Hotels finden, sondern auch ein einfacher Geschmackstest: Kuhn steht für edle und raffiinierte Weine der Extraklasse. Ganz egal, was im Fass reift, er findet den Kniff, daraus etwas Besonderes zu machen.

Für einen Steinacker kann man auch mal einen Kirschgarten stehen lassen

Damit das aber nicht einfach das tausendste Lobeslied auf die sowieso schon tausendfach ausgezeichneten Topweine wird (wer würde sich nicht gerne in ein Großes Gewächs von Kuhn legen), klammere ich ausnahmsweise und schmerzerfüllt meine extreme Vorliebe für Kirschgarten und Co. aus und gehe auf das ein, was sich in den Reihen dahinter so tummelt. Die schlechte Nachricht: Da sieht es nicht viel anders aus als vorne. Die gute Nachricht: Und das ist richtig schön so. Denn es ist tatsächlich egal, in welcher Qualitätskategorie man bei Kuhn einsetzt, das Ergebnis ist zielsicher mindestens sehr gut.

Chefsache! Philipp Kuhn kümmert sich persönlich um die Ttrauben. Foto: Weingut Philipp Kuhn

Gerade bei der Königstraube Riesling schießt Kuhn mit seinen Erste-Lage-Weinen ein Feuerwerk in den Himmel und setzt ganz unterschiedliche Akzente. Der Kallstadter Steinacker hat sich dabei zu einem absoluten Favoriten gemausert. Ein Wein, der wenige Kompromisse eingeht und extreme Richtungen einschlägt. Grüner Apfel und Limette sorgt für fast schon saure Geschmacksaromen, die Würze ist salzig geprägt und darunter liegt ein intensives Kräuterbeet. Hinzu kommen Säure und mineralische Akzente. Und zwar so abgestimmt, dass der Wein trotz seiner rauen Töne aromatisch und harmonisch ist. Der Wein provoziert und eckt deutlich an, das macht ihn so herrlich inspirierend. Ein Lagenwein, der so schnell keinen ähnlichen Weggefährten findet.

Das nächste Mal braucht es Magnumflaschen

Ganz anders der Kapellenberg, der vor Harmonie und abgerundeten Aromen nur so strotzt. Fruchtig, saftig – einer, der sehr gut läuft. Beide würde ich immer einem Burgweg vorziehen, der zwar qualitativ nicht weniger zu bieten hat, aber den ich immer als langweiligen Bruder bezeichnen würde. Der ist da und hat seine Relevanz, für den gibt’s sicherlich auch Liebhaber, aber die tragen unter Umständen Cordhosen und sind Lehrer.

Damit es nicht nur bei den Rieslingen bleibt – nicht vergessen, Kuhn kann alles: Empfehlenswert sind auch die Réserve-Weine. Etwa der Sauvignon Blanc Réserve, klassisch im Fumé-Stil hergestellt. Und genauso klassisch ist auch sein Geschmack. Sicherlich einer der besten Pfälzer Sauvignon Blancs. Daneben der Pinot Noir Réserve. Schöne Fruchtnoten, besonders von dunklen Sorten, dabei aber auch elegant und frisch.
Idee fürs nächste Mal: Verkostung der Magnumflaschen von Philipp Kuhn, die halten zehn Minuten länger hier im Haus.

Hier reifen die edlen Tropfen: Das Weingut steht für Produkte der Spitzenklasse. Foto: Weingut Philipp Kuhn

Weingut Philipp Kuhn: der Überblick

Was das Weingut auszeichnet: seine Extraklasse.

Was man unbedingt probieren sollte: obligatorisch sind eigentlich die Spitzenweine. Ein echtes Erlebnis ist es aber auch, sie ganz bewusst auf die Aromenvielfalt der Ersten Lagen einzulassen.

Was es sonst zu wissen gibt: Nachhaltiger Anbau mit FAIR’N-GREEN-Siegel.

Der beste Wein: Kallstadter Steinacker Riesling

Die größte Überraschung: Sauvignon Blanc Réserve

Dieses Winzer-Porträt ist im Zuge unserer FAIR’N-GREEN-Verkostung entstanden.

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